Die Muskeltherapie

 

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Heute möchte ich Euch etwas über die Arten der Muskeltherapie erzählen, die in meiner Arbeit eine wichtige Rolle spielt, denn:

80% der körperlichen Dysfunktionen entstehen aufgrund verspannter Muskulatur!

Doch auch bei der Muskeltherapie gibt es einige Kontraindikationen, wann also diese Therapieform nicht angewendet werden darf. Dazu zählen unter anderem Entzündungen, fieberhafte Erkrankungen, Gefäßerkrankungen und Hauterkrankung. Hier besteht die Gefahr, dass die Keime bzw. die Entzündung über das Gewebe im Körper verbreitet werden.

 

Ein wesentlicher Teil der Muskeltherapie, den wohl jeder kennt, ist die Klassische Massage.
Mit ihr kann der Therapeut sehr großen Einfluss auf alle Strukturen geben. Die Wirkung der Massage ist sehr vielseitig. Es werden die Strukturen mobilisiert, sodass Stoffwechselendprodukte schneller abtransportiert werden und das Gewebe besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. So wird außerdem auch die Lymphe schneller und besser abtransportiert und Gewebeverklebungen werden gelöst. Beim Pferd werden durch die Massage Endorphine ausgeschüttet, was sich bei der Behandlung immer schön mit ausgiebigem Kauen oder Gähnen zeigt. Der Muskeltonus wird gesenkt, der Schmerz gelindert und Angstgefühle vermindert.

Für die Massage gibt es verschiedene Handgriffe, wie Knetungen, Streichungen, Reibungen, Klopfungen, Vibrationen, Walkungen, uvm. Sie geben dem Therapeuten ein breites Sprektum um die muskulären Dysfunktionen zu Lösen.

 

Ein weiterer Teil der Muskeltherapie ist die Triggerpunkttherapie. Als Triggerpunkte bezeichnet man eine druckdolente Region innerhalb eines erhöhten Muskelfaserbündels, der sehr schmerzhaft reagiert. Bei Druck auf einen empflindlichen Triggerpunkt gibt das Pferd auch teils heftige Schmerzreaktionen. Der betroffene Muskel leidet unter einer Schwäche und ist nur eingeschränkt und schmerzhaft dehnfähig. Diese Therapie eignet sich oft bei chronischen, nicht eindeutig diagnostizierbaren Problemen. Bei der Behandlung wird mittels bestimmter Technik der druckdolente Punkt gelöst und der entsprechende Muskel wieder voll arbeitsfähig gemacht. Das Ziel der Arbeit ist es einen aktiven Triggerpuntk langfristig zu deaktivieren.

Auslöser für entstehende Triggerpunkte können zum Beispiel eine nicht artgerechte Haltung, falsche Fütterung, unsachgemäßes Training, physische oder psychische Überforderung, chronische Überlastung der Muskulatur, Erkrankungen oder Verletzungen, Fehlbelastungen durch z.B. unpassenden Sattel sein.

 

Der 3. Part der Muskeltherapie, und auch für mich sehr wichtig, sind Dehnungen. Dabei wird die Beweglichkeit vergrößert, der Muskel wird flexibler, was unter anderem Verletzungen vorbeugt. Außerdem werden Muskelverkürzungen vermindert und die Muskelleistung gesteigert. Muskelstreching nach dem Training fördert die Regenerationsphase. Man unterscheidet hier die passive und die aktive Dehnung. Bei der passiven Dehnung führt der Therapeut den Muskel in eine Dehnposition, wohingegen beim aktiven Dehnen das Pferd die Bewegung selbst initiiert. Der Vorteil des aktiven Dehnens ist, dass die Verletzungsgefahr aufgrund von Überdehnen nicht gegeben ist.

Jedoch gibt es auch beim Dehnen gewisse Kontraindikationen, wie akute Verletzungen, Frakturen, Bänder- & Sehnenverletzungen, Muskelfaserrisse, Zerrungen, Arthritis, Hautverletzungen oder Entzündungen.

Das Dehnen sollte auch in das normale Training eingebaut werden (richtiges Vorwärts-Abwärts-Reiten, Stangenarbeit, Gymnastikspringen, entspannte Seitengänge,…)

 

Bei allen Therapien ist zu sagen, dass es immer einer professionellen Anleitung bedarf und nicht für Eigenversuche sinnvoll ist. Denn Muskeln und andere Strukturen im Körper sind sehr empfindlich und können somit auch schnell verletzt werden. Außerdem bringt der beste Therapeut und die beste Therapie nichts, wenn die ursächlichen Faktoren, wie eine schlechte Haltung, falsches Reiten oder unpassende Zäumung nicht ausgeschaltet werden.